In der schwäbischen Provinz wird sie Ayatollah genannt. Ihre vorläufige Aufenthaltserlaubnis ist auf den Namen Siamak ausgestellt, ein Männername. Eigentlich heißt sie aber Fariba, ist Iranerin und Dolmetscherin in Teheran. Weil sie Frauen liebt ist sie in ihrer Heimat jedoch nicht mehr sicher und sucht in einem Land politisches Asyl wo auf Homosexualität nicht die Todesstrafe steht – Deutschland. Den wahren Grund ihres Asylantrags verschweigt sie jedoch und gibt ‚politische Verfolgung’ an. „Haben sie das Todesurteil als beglaubigte Kopie mitgebracht?“ fragt sie der Beamte am Frankfurter Flughafen. Aus Angst vor Abschiebung nimmt Fariba die Identität eines Landsmannes an und erhält so als Mann eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung. In einem fremden Land, mit einer fremden Identität lebt Fariba als Schwarzarbeiter, jedoch weiterhin in ständiger Angst vor Entdeckung. Das Interesse einer Arbeitskollegin an dem geheimnisvollen Fremden, macht die Situation nicht einfacher. Fremde Haut ist die Geschichte einer unfreiwilligen Grenzgängerin zwischen Ländern, Leben und Geschlechtern.

Als eine Regisseurin von „fröhlichen Filmen über die lesbische Liebe mit Happy-End“, so hat „DIE ZEIT“ Angelina Maccarone einmal beschrieben. Fremde Haut ist anders. Dieser Film ist nicht gerade fröhlich aber stellenweise berührend humorvoll; er thematisiert eben nicht einfach nur lesbische Liebe und der Schluss ist irgendetwas zwischen hoffnungslos und happy.

Maccarone und ihre Kamerafrau Judith Kaufmann haben seit 1998 an dieser Geschichte gearbeitet. Die gekonnte Umsetzung und die überzeugende Schauspielleistung von Jasmin Tabatabai (Bandits, Elementarteilchen – Start 16.01.06) werden diesem aktuellen und in vielfacher Hinsicht politischen aber auch emotionalen Stoff sehr viel mehr als gerecht.