Die Geschichte wiederholt sich. Geschichten wiederholen sich und manchmal auch Filme – gerade, wenn es um die Liebe geht. Was für Kultregisseur Hal Hartley einst als einzelne filmische Fingerübung begann, verdreifachte sich zu einem Werk aus drei parallelen Episoden über entstehende Beziehungen und die alles entscheidende Frage nach dem Ja oder dem Nein. In Berlin, New York und Tokio treffen dieselben Figurenkonstellationen im Flirt aufeinander. Der aufkeimenden Liebe und Eifersucht ist ein knappes Ultimatum von 90 Minuten auferlegt, bis jeweils ein Revolver auftaucht und die Gebote sprengt.
Hal Hartley zeigt uns dreimal dieselbe Geschichte in ihren Wiederholungen, Variationen und Transformationen. Die Figuren und Ereignisse sind verschieden und im Grunde doch die selben, auch wenn sie über die Kulturen- und Geschlechtergrenzen hinausgehen.

Flirt verkörpert die filmische Technik des seriellen Erzählens, die Kieslowski in Der Zufall möglicherweise zur Meisterschaft führte und die hierzulande vor allem durch Tom Tykwers Lola rennt bekannt ist: Eine Grundgeschichte wird in Variationen wiederholt, ohne dass sich der Film für eine der Varianten entscheidet. Der „eigentliche“ Inhalt ist zwischen den Episoden angesiedelt: in den Unterschieden und dem ewig Gleichbleibenden. Wie im Verhältnis von Original und Kopie verbleibt die Liebesbeziehung der filmischen Episoden in der Figur des Unterschieds und der Figur der Übereinstimmung. Die Geschichte wiederholt sich – aber sie bleibt nie gleich.