Jack (John Lurie) und Zack (Tom Waits) sind extreme Individualisten. Der eine, ein kleiner Zuhälter, wähnt sich als Boss, der andere ehemals eine Kultfigur als Nacht-DJ im Radio, kann und will keinen Job für längere Zeit behalten. Beide werden reingelegt und landen ‚unschuldig’ in der selben Zelle im Knast. Bald gesellt sich Bob/Roberto (Roberto Benigni), ein italienischer Tourist, zu ihnen. Er hat in einer Art ‚Notwehr‘ einen Menschen getötet. Roberto ist im Gegensatz zum zynischen Jack und zum verschrobenen Zack ein Improvisationsgenie und radebrecht ununterbrochen aus seinem selbst angefertigten Vokabelheft. Es gelingt ihm, nicht nur das Eis zwischen Jack und Zack aufzutauen, er ist auch der Initiator der gemeinsamen Flucht. Doch wenn man in Louisiana aus dem Gefängnis flieht, landet man in den Sümpfen. Jack und Zack, die Großstadtmenschen, nehmen ihre Streitereien wieder auf und erweisen sich als nicht überlebensfähig. Roberto aber findet immer einen (Aus)Weg…
Down by Law ist ein minimalistischer Film, formal streng (weil eng) wie alle Gefängnisfilme. Die Räume weiten sich erst durch die Figuren, die Jarmusch hineinstellt (das ‚Fenster’ in der Zelle, die Weggabelung in den Sümpfen). In den Übergängen zwischen den Szenen prangt die Leinwand schwarz. Im Schwarz spielen sich die eigentlichen Ereignisse ab (beispielsweise die Flucht aus dem Gefängnis). Das Explizite der Story enthält Jarmusch dem Publikum vor, doch um so gewitzter zeigt er die Auswirkungen der Ereignisse in den Reaktionen seiner skurrilen Charaktere. Wo der Mainstream-Film ‚geschwätzig’ ist, ist Jarmusch minimalistisch, wo die wunderbar photographierten Bilder (Robby Müller) etwas ‚zeigen’, zeigen sie das, was im Mainstream-Film ausgeblendet bleibt. Zum Vorschein kommt ein ‚verkehrtes’ Amerika, lakonisch in Schwarz/Weiss erzählt. Was davon zu halten ist? Tom Waits würde wohl singen: „Sing me a rainbow and steal me a dream.“