Cachorro, das heißt übersetzt „Bärenjunges“, aber um es gleich vorwegzunehmen: hier handelt es sich um keinen Tierfilm.

Der Bär, um den es hier geht, ist vielmehr der Madrider Zahnarzt Pedro, der sich in der schwulen Subkultur der Bären (also etwas beleibterer und bärtiger Männer) nachts einen neuen Liebhaber nach dem anderen angelt. Sein Leben mit lockerem Sex könnte ewig so weitergehen, wenn da nicht das fragliche „Junge“ plötzlich vor der Tür stehen würde. Bernardo ist der Sohn von Pedros esoterisch angehauchter Schwester Violetta, die mit ihrem neuesten Lover nach Indien fahren will und deswegen hofft, Pedro würde sich zwei Wochen lang um seinen Neffen kümmern. Etwas widerwillig erklärt er sich bereit, den Jungen solange aufzunehmen – aber nur für zwei Wochen. Schnell verlängert sich jedoch Bernardos Aufenthalt bei Pedro, dem durch die dadurch entstehende Pause in seinem sonst so regen Sexleben erstmals vor Augen geführt wird, was er nicht verpasst: nämlich die Oberflächlichkeit flüchtiger One-Night-Stands. Doch dann kommt es zu Problemen: nicht nur taucht eines Tages überraschend Bernardos Großmutter väterlichseits auf, die alles andere als begeistert darüber ist, dass ihr Enkel nichts von ihr wissen will und Pedro dafür mitverantwortlich macht, zum anderen kommen schlechte Nachrichten aus Indien. Violetta wurde wegen Drogenschmuggels festgenommen und muss mit einer Gefängnisstrafe von bis zu 30 Jahren rechnen. Geschockt begreift Pedro, dass ihm nichts anderes übrigbleibt, als die Verantwortung für seinen Neffen komplett zu übernehmen. Gerade als er sich in seinem neuen Leben mit Kind eingewöhnt hat, mischt sich Bernardos Großmutter erneut ein und möchte das alleinige Sorgerecht für ihren Enkel Bernardo erstreiten. Doch Pedro gibt sich nicht so leicht geschlagen…

Regisseur Albaladejo zu seinem Film: „Cachorro ist eine ziemlich irritierende ‚éducation sentimentale‘, angereichert mit einer kleinen Portion wildem Sex, abgemildert durch die Verantwortung für ein kleines Kind. Ein Geschichte über Erwachsene, die von Kindern lernen und nicht wissen, was sie den Kindern beibringen sollen. Eine Geschichte voller Komik und absurden Missverständnissen, voller verzwickter Situationen und schmerzhafter Dilemmas, eine Geschichte über das Leben und den Verpflichtung gegenüber sich selbst sowie gegenüber denen, die einen brauchen.