Der in die Jahre gekommene Playboy und wohlhabende Frührentner Don Johnston ist noch immer nicht fähig, eine feste Bindung einzugehen. Deshalb packt seine junge französische Freundin, die den Phlegmatismus Dons nicht mehr erträgt, ihre Koffer und verschwindet.

Don verbringt fortan die Tage im stylishen Jogginganzug auf der Couch und badet in Selbstmitleid. Das einzige, was sich manchmal ändert, ist die Farbe der Streifen seines Outfits. Bis eines Tages ein anonymer Brief auftaucht, in dem ihm mitgeteilt wird, dass er Vater eines 19-jährigen Sohnes sei. Dons Nachbar Winston, begeisterter Hobby-Detektiv, forscht nach und schickt Don auf eine Reise in die Vergangenheit, um seinen Sohn zu finden. Mit Blumen bewaffnet stattet Don seinen zahlreichen ehemaligen Geliebten, die in ganz Amerika verstreut leben, unangemeldete Besuche ab.

In seinem neuesten Film Broken Flowers zeigt sich Kult-Regisseur Jim Jarmusch mal anders, aber seine Handschrift ist unverkennbar. Mit spärlichen Dialogen entwirft Jarmush eine Charakterstudie des alternden Junggesellen Don, dessen Rolle mit Bill Murray perfekt besetzt ist.

An irgendeinem Punkt in seinem Leben wurde aus dem Party-Animal und
Frauenheld Don die phlegmatische couch-potatoe, deren einziger Kontakt zur Außenwelt aus ihrer Nachbarfamilie besteht, die sich um sie kümmert. Über die Gründe seines plötzlichen Wechsels vom Hauptdarsteller zum Beobachter seines eigenen Lebens werden wir nicht aufgeklärt. Und so beobachten wir Don bei der Suche nach seinem Sohn, die gleichzeitig eine Reise in die Vergangenheit und auch zurück in die Realität ist. Und so freuen wir uns, dass Jim Jarmusch, Meister des Episodenfilms, sich treu geblieben ist und uns nach Coffee and Cigarettes ein stilles, wunderschönes und tragisch-komisches roadmovie beschert hat!