Schon als Kleinkind hat Patrick ‚Kitten‘ Braden es nicht leicht: von seiner Mutter verlassen, die ihn als Baby beim Dorfgeistlichen ausgesetzt hat, und von einer trunksüchtigen, bösartigen Pflegemutter aufgezogen, der seine Vorliebe für Make-up und Kleider ein Dorn im Auge ist, wächst er in den Sechzigern in einem Kaff in Nordirland auf.

Als Teenager fliegt er wegen seines Crossdressing und seiner Frechheit von der Schule, lässt sich mit dem Sänger einer erfolglosen Glamrock-Band und Teilzeit-Terroristen ein und haut nach einem furchtbaren Attentat nach London ab. Dort landet er erst mal auf dem Straßenstrich und wird zu allem Überfluss auch noch für einen IRA-Terroristen gehalten.

Als Transvestit muss man ein dickes Fell haben, vor allem, wenn man das Unglück anzieht wie Kitten. Und tatsächlich können all diese Fehlschläge Kittens fröhlicher und unbeschwerter Natur fast nichts anhaben, die nach dem Motto ‚dust yourself off and try again‘ lebt. Egal, wie grausam das Schicksal auch zuschlägt, Kitten hat stets einen kessen Spruch und einen Song auf den Lippen!

Cillian Murphy ist wie geschaffen für die Hauptrolle. Wer meint, er tauge nur als Superschurke (‚Red Eye‘, ‚Batman Begins‘) wird hier eines Besseren gelehrt: seine Kitten ist eine idealisierte Version des ewigen misfit: naiv, ja, manchmal fast dümmlich, kindlich, sexy, unwiderstehlich, traumatisiert, aber stets anbetungswürdig.

Mit ‚Breakfast on Pluto‘ verfilmte Neil Jordan nach ‚Butcher Boy‘ zum zweiten Mal einen Roman von Patrick McGabe, und er knüpft zur Freude seiner alten Fans an seine Meisterwerke ‚The Crying Game‘, ‚Mona Lisa‘ und ‚The Good Thief‘ an, die ebenfalls bevölkert sind mit liebenswerten Losern, die sich am Rande der Gesellschaft und der Legalität bewegen.
Strukturell erinnert der Film an einen klassischen Bildungsroman, inhaltlich an Velvet Goldmine und My Private Idaho, und das im allerbesten Sinne. Breakfast on Pluto ist ein magischer Film voller Komik, Tragik und Spannung, untermalt von einem fantastischen Soundtrack – nicht umsonst hat Bryan Ferry einen bizarren Cameo-Auftritt im Film!