Das Leben des ‚Bad Lieutenant’ (Harvey Keitel), kurz ‚LT’ genannt, befindet sich in einer Abwärtsspirale. Er ist schon tief gesunken, doch der Tiefpunkt ist noch längst nicht erreicht.

Seine ganze Energie gilt der Begleichung seiner nicht unbeträchtlichen Wettschulden und – neuen Wetten. Er fixt, kokst, trinkt, ist korrupt, betrügt seine Frau, missbraucht seine Stellung als Polizist und ist ein richtiges Arschloch. Er mischt sich in einen Fall ein, in dem eine junge Nonne vergewaltigt wurde. Bei der Gelegenheit haben die Vergewaltiger gleich noch Sakrilegien mitgehen lassen. Für die Wiederbeschaffung hat die Mafia eine hohe Summe ausgesetzt. Geld, das der ‚LT’ gut gebrauchen könnte. Die Fahndung des Lieutenant nach den Tätern gestaltet sich zur Suche nach seiner eigenen Erlösung.

Abel Ferrara präsentiert uns einen Film, der zugleich äußerst gewalttätig und blasphemisch, dabei aber zutiefst religiös ist. Schuld, Recht und Gerechtigkeit werden ersetzt durch Vergebung und Erlösung. Vieles im Film bleibt Stückwerk, doch bescheinigten selbst die Kritiker des Films Ferrara ein „Scheitern auf höchstem Niveau“. Was den Film jedoch so intensiv und sehenswert macht, ist, wie Harvey Keitel die unauflösbare Schwierigkeit von Rache und Vergebung (zwischen der Gewaltenteilung) bis an die Grenzen des Möglichen treibt.