Wir schreiben das Jahr 1973. Schauplatz der Geschichte ist Santiago de Chile. Der 12-jährige Gonzalo (Matías Quer) stammt aus „besseren Kreisen“ und besitzt das Privileg, eine englischsprachige Eliteschule besuchen zu dürfen. Der um soziale Gleichstellung bemühte Schulleiter beschließt, auch Kinder aus den Elendsvierteln aufzunehmen – ein Schlag ins Gesicht der national-konservativen Allende-Gegner in den Reihen der Eltern! So kommt es, dass Gonzalo, der sich bisher nur unter „Seinesgleichen“ aufhielt, den titelgebenden Indiojungen Pedro Machuca (Ariel Mateluna) und mit ihm ein anderes Chile der materiellen Not kennen lernt. Die beiden werden – trotz Anfeindungen von außen und der sozialen Barriere zwischen ihnen – dicke Freunde. Beide verlieben sich leise in die gleichaltrige, frühreife Silvana (Manuela Martelli; Zebrabesuchern aus B-Happy als großes Schauspieltalent bekannt). Die drei erleben auf den Straßen von Santiago die Wirren der Monate vor dem Putsch – Unsicherheit, Demonstrationen und Gegendemonstrationen, Lebensmittelknappheit und Generalstreik. Zu dritt verkaufen sie an den Demonstrationen kleine Fähnchen – mal an die Nationalisten, mal an die Sozialisten. Der faschistische coup d’ état durch das chilenische Militär stellt die Freundschaft der drei schließlich auf eine harte Probe…
Der Spielfilm ist Ausdruck für eine Öffnung der gegenwärtigen chilenischen Gesellschaft für ihre eigene faschistische Vergangenheit. Doch bei aller Offenheit ist Vorsicht geboten. Denn „Pinochet hat nach wie vor seine Anhänger und dass wir uns dazu entschlossen haben, den Film strikt aus der Perspektive der Kinder zu erzählen, war der Schlüssel dafür, dass ich alles das, was ich darstellen wollte, in meinem Film auch darstellen konnte. [...] Ohne diese Perspektive wäre es beispielsweise unmöglich gewesen, die Unruhen und Übergriffe beim Putsch zu zeigen“ (Andrés Wood in einem Interview im Filmbulletin 1.05).
