Ein Mädchen wird im Hachioji-Frauengefängnis der Stadt Tokio im Japan des Jahres 1874 geboren. Die Mutter bezeichnet ihre Tochter als ein Kind der Vergeltung, das mit der Bürde des Hasses leben muss.
Soviel zur Handlung – in der ersten Szene wird der gesamte Film umrissen: ein Leben einzig und allein für die Rache. Die Häftlinge tragen rote Gefängniskleidung, das Neugeborene ist in ein weißes Tuch gehüllt, draußen schneit es. – Damit werden die beiden Farben, die in dem Film im Mittelpunkt stehen und künstlerisch variiert werden, eingeführt. Danach erscheint erst der Titel Lady Snowblood (in einer genaueren Übersetzung von „Shura-yuki-hime“ ein Wortspiel mit dem Namen der Heldin Yuki „Schnee“: Prinzessin Yuki des Blutbads/Gemetzels bzw. Schneeprinzessin des Blutbads). Die beiden Farben „rot“ (Blut) und „weiß“ (Schnee) und die diesen zugeordneten Themen Rache und Unschuld werden mit dem Titel kurz und präzise wiedergegeben.
Dieser Film diente Quentin Tarantino als Inspiration für Kill Bill. Der finale Schwertkampf in dessen erstem Teil ist eine einzige Hommage an Lady Snowblood. Doch ist Fujitas Film nicht nur eingefleischten Tarantino-Jüngern zu empfehlen. Für sich sprechen die Ästhetik der Bilder, die sich unter anderem in dem immer wiederkehrenden Kontrast zwischen rot und weiß ausdrückt, die spannend erzählte Geschichte und die hervorragenden schauspielerischen Leistungen, insbesondere von Meiko Kaji als Yuki. Meiko Kaji ist übrigens in Japan eine gefeierte Sängerin und singt auch selbst den Titelsong „Shura no Hana“ (Blume des Blutbads), der einem auch aus Kill Bill bekannt sein dürfte…
