In the mood for love

Hongkong/Frankreich/Thailand 2000; 98 Min.; OmU
Buch und Regie: Wong Kar-Wei; mit: Maggie Cheung, Tony Leung, Chiu Wai, Lai Chen, Rebecca Pan, Paulyn Sun u.a.
FSK ab 6

In unserer südostasiatischen Filmreihe darf natürlich ein Film des Kult-Regisseurs aus Hongkong, Wong Kar-Wei, nicht fehlen – zudem passt In the Mood for Love schön in diese Jahreszeit: Ein bildgewaltiger, sehr poetischer und ungewohnt langsamer Film, der zum Kuscheln in den Kinosessel einlädt, und den trüben Konstanzer Nebel vergessen lässt…
Die Geschichte ist rasch erzählt. Sie handelt von der Be- und Entziehung zweier Menschen im Hongkong der 1960er Jahre: Su Li-zhen (Maggie Cheung) und Chow (Tony Leung) wohnen auf engstem Raum beisammen. Von ihren jeweiligen Ehepartnern allein gelassen und betrogen finden sie zueinander. Dieses Zueinander-Finden thematisiert Wong Kar-Wei in einer Art und Weise, wie man sie heute selten zu sehen bekommt: Es ist nicht die gesprochene Sprache, die diesen Film erzählt, sondern es sind die kunstvoll inszenierten und farbintensiven Bilder. Wong Kar-Wei zeigt uns immer wieder dieselben vermeintlich unspektakulären Alltagsszenen: Das gemeinsame Essen und Mahjong-Spiel, scheinbar zufällige Begegnungen und Blickwechsel auf der Treppe – gerahmt von einem ungewöhnlich ausdrucksstarken Soundtrack. Doch differieren diese Szenen stets unmerklich, sind es manchmal nur minimale Abweichungen in Gestik und Mimik sowie perfekt eingesetzte Zeitlupen, die den Zuschauer zum Detektiv auf der Suche nach dem Dazwischen, dem so schwer greifbaren Verhältnis zwischen Chow und Li-zhen, machen.
In the Mood for Love ist so unglaublich traurig, so unerträglich schön, dass er mitten ins Herz trifft. Und er ist eigentlich auch ein Film, über den man gar nicht schreiben kann, sondern den man sehen muss. Unbedingt!