Goldfische haben’s besser. Zwar schwimmen sie den lieben langen Tag nur in ihrem Glas umher, aber weil sie das nach 3 Sekunden bereits wieder vergessen haben, kommt ihnen alles wie neu vor. Keine Erinnerung an langweilige Runden im Aquarium, und damit auch keine Erinnerung an all die Dinge, die man sowieso lieber vergessen möchte: Herzschmerz, Enttäuschung und geplatzte Träume.

Dieses Glück haben die Protagonisten in Liz Gills Goldfish Memory nicht, denn sie erinnern sich nur allzu gut an die letzte verpatze Beziehung, die in die Brüche ging. Um so wichtiger, sich wieder ins Getümmel zu stürzen, neu zu verlieben – und neues auszuprobieren. Clara erwischt ihren Professor Tom dabei, wie er bereits die nächste Studentin namens Isolde küsst, also geht sie auf die Angies Einladung zu einem Rendezvous ein. Angies bester Freund Red lernt David kennen, der nicht so recht weiß, was er will, denn eigentlich ist er mit Rosie zusammen. Immerhin weiß Clara, was sie nicht will: Kinder mit Angie. Und Isolde hat bald keine Lust mehr auf einen Rilke-zitierenden Tom, sondern probiert statt dessen lieber aus, wie es ist, Clara zu küssen. Die von ihr verlassene Angie ertränkt derweil ihren Liebeskummer in Alkohol und wird dabei tatkräftig von Red unterstützt, was später noch für Turbulenzen sorgen wird. Tom hört seine biologische Uhr immer lauter ticken bis ihm endlich Renee über den Weg läuft, Angie verliebt sich neu und Rosie will heiraten – aber wen? So dreht sich das Liebeskarussell immer schneller, immer weiter bis jeder mal mit jedem was hatte, bunt durcheinander, egal ob hetero, homo, bi oder dazwischen.

Das alles wird mit Witz und unterhaltsamen Dialogen über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens, nämlich die Liebe, Zahnbürsten und das Erinnerungsvermögen von Goldfischen serviert. Der angenehme Nebeneffekt ist, dass man auch noch eine romantische Ansicht von Dublin und seinen vielen Brücken kennen lernt, so dass man richtig Lust bekommt, einfach mal hinzufahren und sich ebenfalls zu verlieben. Und wenn’s nicht klappt – machen wir es doch wie die Goldfische, die haben’s besser.