Eine Reise durch die Galaxien der Geschlechter. Es ist ein schwieriges Thema um darüber zu schreiben, weil man sich nach jedem Satz selbst korrigieren möchte. Es ist nicht leicht, die richtigen Worte für einen Diskurs zu finden, der noch so wenig geführt wird, dass die Vokabeln fehlen, und ein Diskurs, der sich generell gegen Festlegungen und Definitionen aller Art sperrt. Also vielleicht doch lieber einen Film darüber machen so wie Monika Treut.

Es soll ja Menschen geben, die immer noch an die Binarität der Geschlechter glauben, die nicht wissen (wollen), dass es auch auf dieser Welt mehr gibt als Frau und Mann. Aber Sandy Stone ist eine gute Reisebegleitung auf der Entdeckungstour, zu der uns Monika Treut in San Francisco einlädt.

Die San Francisco Bay Area ist bekanntlich ein Queer Mekka und eine Zone der Freiheit in einem sonst sehr restriktiven Land, wo manche Bundesstaaten nur die Missionarsstellung als legitime Sexualpraktik anerkennen. In Deutschland belächeln wir solche Fakten aus dem Land der ‚unbegrenzten Möglichkeiten’ gerne und doch gibt es ein Paralleluniversum, von dem auch hier die meisten nicht wissen, dass es existiert. Transgender, transsexual, intersex, Drag – dies sind nur einige Begriffe aus dem Glossar dieses Dokumentarfilms.

In diesem Film begegnen wir nach der gepunkteten Hyäne vor allem Menschen. Menschen, die sich auf der Schwelle zwischen Mann und Frau, zwischen männlich und weiblich und zwischen heterosexuell und homosexuell bewegen, Menschen, die ihre Identität nicht als gegeben annehmen, sondern sie als gesellschaftliches Konstrukt ständig hinterfragen und Menschen, die sie dabei begleiten und unterstützen. Texas Tomboy, Stafford, Jordy Jones, Tornado und andere erlauben uns einen Blick in ihre Galaxie zu werfen. „Sind sie ein Mann oder eine Frau?“ Diese Frage wird mit einem eindeutigen „Ja!“ beantwortet und überlässt den Zuschauer seiner lehrreichen Verwirrung.

Dieser Film soll aufklären und unterhalten und beidem wird er gerecht. Viele dieser Menschen und ihre Geschichten werden uns über den Film hinaus begleiten und mit Sicherheit den Horizont eines jeden Zuschauers um Lichtjahre erweitern.

Einmalige Vorstellung am Dienstag, 12. Juni um 21 Uhr im Rahmen der LesBiSchwulen Kulturwoche bzw. des CSD am See (16. Juni).