Wir schreiben das Jahr 1971, Nixon hat sich gerade ins Weiße Haus eingenistet und bombt mit good-old Kissinger den Vietnam Frieden herbei, während die Hippies mit den schmerzhaften Nachwehen ihrer glohrreichen Jahre beschäftigt sind.

Der amerikanische Alptraum leibt wie er lebt. Inmitten der politisch und ideologischen Verirrungen, cruisen der extrovertierte Journalist Roul Duke und sein psychopathischer Anwalt Dr. Gonzo auf dem Highway in die Reise ins Glück…….
„Wir waren irgendwo bei Bartow am Rande der Wüste, als die Drogen zu wirken begannnen,“ erläutert Duke dem ahnungslosen Zuschauer, der sich alsbald in einem Haufen mutierter Geheimagenten, putzwütiger Zimmermädchen und Monstern vom Mars wähnt um sich leicht desorientiert in verwüsteten Hotelzimmer-Sumpflandschaften wiederzufinden.
Das eigentliche Ziel der delirierenden Zwei-Mann-Show ist eine Wüstenralley (oder war das jetzt eine Fata Morgana?) über die Duke, ganz im Sinne des Gonzo-Journalismus Bericht erstatten soll.
Gonzo-Journalimus hat seine Wurzeln im amerikanischen Roman der Depression und wurde in den 60er und 70er Jahren von Hunter S. Thompson zum journalistischen Genre. Frei nach dem Motto Dabeisein ist alles, handelt es sich hier um eine ultrasubjektive Fusion von Roman, Notizen, Biographie und Dokumentation, die sich frontal gegen jede Art von pseudo-objektivem Aufklärungs-Journalismus stellt.
Hunter S. Thompson weiß nicht nur ein Lied vom Mainstream des Journalismus zu singen:
„All die pathetisch eifrigen Acidfreaks, die meinen, sie können sich für drei Dollar das Stück Peace und Understanding kaufen…die den faulen Kern der vermystizierten Acid-Kultur nicht erkennen – die verzweifelte Annahme, dass irgend jemand – oder zumindest irgendeine Kraft – uns zum Ende des Tunnels leiten würde… blinder Glaube in eine höhere und weisere „Autorität“. Der Papst, der General, der Premierminister… die ganze Leiter bis rauf zu „Gott“.“ Fear and Loathing in Las Vegas ist eine Ode an die Selbstvernichtung, den verzweifelten Wahnsinn und die Traurigkeit. Der Film spricht von einer Wahrheit, die nur die kennen, diereingegangen sind, einer Wahrheit, die so bedrohlich ist, dass wir sie nur in Verkleidungen ertragen können – die Angst vor uns selbst und dem Abgrund im Anderen.
Kult vom Feinsten.