Der baskische Filmemacher Álex de la Iglesia gehört ohne Zweifel zu der Crème de la Crème der zeitgenössischen spanischen Regisseure. Nach seinen letzten großen Erfolgen wie Perdita Durango (1997) oder La Comunidad (2000), hat er uns nun eine weitere rabenschwarze Komödie mit dem Titel El Crimen Ferpecto (2004) beschert.

Schauplatz des „ferpekten Verbrechens“ — Hitchcock lässt grüßen — ist diesmal die schillernde Scheinwelt eines Kaufhauses. Der Frauenheld Rafael betrachtet die Damenabteilung eines solchen Kaufhauses als sein ganz persönliches Reich, in dem er der König ist und ihm alle zu Füßen liegen. Mittelmäßigkeit und die Hässlichkeiten des wahren Lebens, außerhalb des Kaufhauses, verabscheut er von tiefstem Herzen. Sein größter Traum aber, Chef der Abteilung zu werden, wird von seinem einzigen Rivalen, Don Antonio aus der Herrenabteilung, zerstört und nach einem heftigen Streit zwischen den beiden Kontrahenten endet Don Antonio tot an einem Kleiderhaken. Die einzige Zeugin des Verbrechens, das hässliche Entlein Lourdes, hilft Rafael die Leiche zu vernichten und hat ihn von da an in ihrer Hand. Für ihr Schweigen verlangt sie von Rafael allerlei Liebesdienste und der zu einem willenlosen Sexsklaven degradierte Rafael beginnt, langsam aber sicher verrückt zu werden. Als der Gang zum Altar näher rückt und Rafael anfängt sprichwörtlich Gespenster zu sehen, sieht er nur noch einen Ausweg: Mit Hilfe des Geistes des toten Don Antonio plant Rafael das perfekte Verbrechen, welches ein ungewöhnliches Ende nimmt.

Álex de la Iglesia, der auch als die spanische Antwort auf Quentin Tarantino gehandhabt wird, verbindet in El Crimen Ferpecto eine deftige Prise schwarzen Humors mit satirischen Seitenhieben auf die Diktatur der Schönheit und den Machismo. Die perfekte Welt des Kaufhauses fungiert hierbei als genial gewählte Metapher für die Bedürfnisse und Ansprüche einer oberflächlichen und konsumorientierten Gesellschaft. Die Synthese aus witzigen Dialogen, gekonnt kreierten visuellen Effekten und hervorragenden Schauspielern macht diesen Film zu einem gelungenen und sehenswerten Kinoerlebnis.