ie Golan-Höhen kennt man normalerweise nur aus der Tagesschau, als Konfliktgebiet. 1967 im Sechstagekrieg von Israel besetzt, sind sie bis heute ein umstrittenes Gebiet zwischen Syrien und Israel. Auf diesem Hochplateau leben heute noch ca. 17.000 Drusen, Angehörige einer islamischen Religionsrichtung.

Mona wird heiraten. Ihr Bräutigam ist ein TV-Star, den sie bisher nur aus dem Fernsehen kennt, denn er lebt auf der anderen Seite der Grenze, in Syrien. Wenn sie zu ihm zieht, wird sie syrische Staatsbürgerin und verliert damit auf immer das Recht, auf die Golan-Höhen zurückzukehren und ihre Familie zu besuchen. So wird die Hochzeit, die sie ohne Bräutigam feiern muss, eine Abschiedsfeier für ihre Familie. Während der Vorbereitungen und im Laufe der Feier prallen die verschiedenen Lebensstile, die die absurde Situation in einem besetzten Gebiet für eine Großfamilie mit sich bringt, aufeinander. Und natürlich wundert es den Zuschauer nicht, wenn der Grenzübertritt schließlich von den Zöllnern erschwert wird.
Eran Riklis, übrigens ein Israeli, hat einen schönen Film gemacht, der neben aller Dramatik auch ein Gespür für Komik hat, anders ließe sich die Absurdität dieser Geschichte wohl nicht darstellen. Getragen wird der Film von den guten Darstellern und einem tollen Soundtrack. Letztes Jahr hat er in Locarno dafür den Publikumspreis gewonnen.
„Mit ’Die Syrische Braut’ versuche ich, einen Film aus Liebe zu erschaffen: aus Liebe zur Freiheit, zu den physischen und emotionalen Landschaften, die uns umgeben; aus Liebe zu den Frauen, die um einen Platz in dieser Welt kämpfen; und schließlich aus Liebe zu einem Volk, das noch träumt und hofft. Hier, jenseits der Grenzen, überall.“ (Eran Riklis)