Eine ehemalige Widerstandskämpferin, die unter einer Militärdiktatur inhaftiert war und gefoltert wurde, glaubt in einem Arzt jenen Peiniger wiederzuerkennen, der sie zu Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ mehrmals vergewaltigte.

So beginnt einer der spannendsten Psychothriller, der nicht nur aufgrund seiner großartigen Besetzung und seiner brillanten Dialoge glänzt. Es handelt sich um die Verfilmung eines gleichnamigen Bühnenstückes des chilenischen Autors Ariel Dorfman. Sicherlich ist das einer der Gründe dafür, dass Polanskis Filmfassung fast ausschließlich im Wohnzimmer der Eskobars spielt. Das tut der Spannung allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil: Es scheint der perfekte Rahmen zu sein, um Paulina Escobars Privatprozess, den sie gegen den auf den ersten Blick doch recht sympathisch wirkenden Arzt führt, zu inszenieren. Eine vorgehaltene Pistole ist dann schließlich auch für ihren Ehemann überzeugend genug, um den Part des Anwalts des Arztes zu übernehmen. Eigentlich ist er gerade kurz davor, den Posten des Justizministers zu übernehmen. Von der augenblicklichen Aktion seiner Frau ist er nicht gerade überzeugt, vor allem da er weiß, dass sich der Prozess vermutlich nicht auf die Klärung der Schuldfrage beschränken wird. Die Rachelust seiner Frau, die sich in der Nacht des Prozesses bis zum Morgengrauen immer mehr steigert, wird jedoch von Zweifeln bezüglich der Identität des Täters begleitet. Außerdem gäbe es da ja noch das Vergeben…

Einzigartig wie sich in Polanskis Film Aktion und Spannung in einer surreal anmutenden Atmosphäre stets zunehmend ausbreitet.

Das Zebra Kino präsentiert diesen Klassiker in Kooperation mit Amnesty International anlässlich des Weltfrauentages am 8. März. Wir freuen uns auf Petra Kursawe (ai), die in das Thema einführen wird.