Diese unglaubliche Geschichte, die der in Paris lebende Österreicher Hubert Sauper innerhalb von drei Jahren mit seinem Mini-Team filmte, nimmt ihren Anfang irgendwann in den 60er Jahren.

Zu dieser Zeit setzte ein Regierungsbeamter in einem Experiment ahnungslos ein paar Nilbarsche im Viktoriasee aus, die bis dahin dort nicht heimisch waren. Die ökologischen Folgen waren katastrophal. Innerhalb von einigen Jahrzehnten fraßen die Barsche einen Großteil der anderen Fische auf, unzählige Arten starben aus.
Der „Clou“ dabei: Das Filet des Edelfisches lässt sich teuer nach Europa verkaufen.

Und so starten auf dem Flugplatz in Mwanza, Tansania, täglich Transportmaschinen mit frischem Fischfilet. Doch von dem Exportboom profitieren nur wenige Einheimische und die Arbeitslosenquote ist extrem hoch. Der Profit wandert größtenteils ins Ausland und wird für die Abzahlung der Auslandsschulden verwendet. Die krepierende Bevölkerung in Tansania hat davon nichts. In einem Klima aus Hungersnot, AIDS-Epidemie und bitterer Armut kämpfen die Menschen ums nackte Überleben, während die Nahrung, die sie retten würde, vor ihren Augen nach Europa ausgeflogen wird. Ein paradoxes, irrsinniges Schauspiel eines entarteten Kapitalismus, in dem nur der Stärkste überlebt.

Doch Sauper erzählt nicht nur die Geschichte um den Nilbarsch, sondern auch die der Menschen rund um den Viktoriasee und er stellt einen weiteren Bezug zu Europa dar, das neben humanitären Gütern vor allem Waffen nach Afrika einfliegen lässt.