Ausbrecher sind sie und Einbrecher, der junge Tae-suk und die schöne Sun-hwa. Beide sind sie aus dem heuchlerisch glücklichen Leben der Schönen und Reichen ausgebrochen und verschaffen sich wiederum Zutritt zu leeren Häusern, den „Bin Jip“.

Dort bedienen sich Tae-suk und Sun-hwa an fremden Kühlschränken und revanchieren sich, indem sie Ordnung schaffen und Geräte reparieren. Sie waschen die Wäsche von Hand und fügen sich mit Digitalkamera in Familienfotos ein. Ihr Tun scheint oft absurd, aber die Gegensätze heben sich auf. Die Interaktion der beiden Aussteiger in mitten der Gesellschaft ist von stillschweigendem Einvernehmen geprägt. Sie bewegen sich schlafwandlerisch, aber ohne Sicherheit.

Der Golfsport als Inbegriff für Reichtum steht immer auch für Ruhe, Natur und Weite. Vor der Kulisse einer asiatischen Metropole aber avanciert er in Bin Jip zum Symbol für Aggression und Gewalt. Der endgültige Bruch mit der Gesellschaft scheint für die beiden nie eine Option und so fügen sie sich in ihr Schicksal, als die Ausnahmezeit vorüber ist. Aber dann lernt Tae-suk, nicht sichtbar zu sein und damit siegt am Ende das Märchen über die Realität.

Kim Ki-Duk ist einer der bekanntesten koreanischen Filmemacher. Der Autodidakt ist eigentlich bekannt für seine gewalttätigen Filme und auch „Bin Jip“ hat so seine Momente. Alles in allem überwiegen jedoch die Bilder und eine Ruhe, wie es sie nur im asiatischen Film gibt.