Kalender Girls

Manchmal ist es gut, sich daran zu erinnern, dass die Engländer die besseren Komödien machen können. Was bei einer amerikanischen Verfilmung dieser Geschichte herausgekommen wäre, klingt ganz doppelbödig im Film an, wenn die “calendar girls” in Hollywood landen, ihre persönliche Erfolgs-Geschichte ins Seichte abzurutschen droht, und sie damit ihre Freundschaft aufs Spiel setzen.

Chris und Annie, zwei langjährige Freundinnen, sind vom lokalen dörflichen Frauenverein eher gelangweilt. Nach dem Krebstod von Annies Mann beschließen beide, Geld für eine neue Couch im Wartezimmer des Krankenhauses zu sammen, in dem sie lange Stunden gewartet und gewacht haben. Als sie das pubertäre Erwachen ihres Sohnes und die Pin-Ups in der Autowerkstatt beobachtet, verfällt Chris auf die Idee, einen etwas anderen Pin-Up-Kalender zu machen: Mit den Mitt-Fünfzigern aus dem Frauenverein, die unbekleidet Marmelade kochen und Klavier spielen. Der Entstehungsprozess des Kalenders und die anschließende Erfolgsgeschichte bis hin zum Hollywoodbesuch ist voller Situationskomik (sehr schön: der verschämte Fotograf).

Nigel Cole ist es gelungen eine warmherzige Komödie zu drehen, die nie ihren Tiefgang und ihre Ästhetik verliert und auch leise Töne zulässt. Und das Beste daran: Der Film basiert auf einer wahren Geschichte – very british!