„Es gibt nur ein Wort für jemanden wie dich. Bosheit! Bosheit in seiner reinsten Form!“ Dieses vernichtende Urteil wird dem 16-jährigen Erik Ponti von seinem Rektor ausgestellt, der ihn, nach einer Schlägerei zuviel, von der Schule verweist.

Erik prügelt – und wird geprügelt. Jeden Abend nach dem Essen mit seiner Mutter und dem Stiefvater folgt eine „Unterredung“ im Nebenzimmer – mit Riemen und Peitsche. Während Erik die Schläge mit stoischer Gelassenheit hinnimmt, beruhigt sich die Mutter nebenan mit Klavierspielen. Der Verweis von der Schule hat zur Folge, dass Erik noch am gleichen Tag von seiner Mutter auf das Internat Stjärnsberg geschickt wird. Zunächst widerwillig verlässt er Stockholm, erkennt jedoch seine Chance und nimmt sich vor, künftig keine Gewalt mehr anzuwenden.

In diesem Eliteinternat, Ende der 50er-Jahre, geht der Teufelskreis der Gewalt jedoch weiter. Hier besteht eine strenge Hierarchie, es herrscht Unterdrückung, Erniedrigung und körperliche Züchtigung. Die Gewalt geht nicht von den Lehrern aus, diese halten sich aus Allem heraus, sondern von Seiten der älteren Schüler.
Diese erlassen Regeln, ahnden Verstöße mit körperlicher Züchtigung und bringen sie vor einen Rat, der sich als Gericht versteht. Das Verweigern von Strafen zieht weitere Sanktionen nach sich.
Erik wird als Neuling bis zum Rande des Erträglichen gedemütigt und drangsaliert. Anders aber als beispielsweise sein bester Freund Pierre will Erik sich nicht so einfach unterdrücken lassen. Er verweigert das Ausführen von Befehlen und das Hinnehmen von Strafen. Doch je mehr er sich, intelligent und gewaltlos, zur Wehr setzt, desto brutaler und perfider wird ihm mitgespielt.
Obwohl Erik seinen Peinigern körperlich überlegen ist darf er sich nicht zu Gewalt gegen sie hinreißen lassen: das Schlagen von Mitgliedern des Rates hätte den sofortigen Ausschluss vom Internat, und damit das Ende seiner schulischen Ausbildung, zur Folge.
Doch Erik ist nicht gewillt sich fest entschlossen, sich keinesfalls in das System der Unterdrückung eingliedern zu lassen. Somit es nur eine Frage der Zeit, bis sich Erik rächt.

Ondskan ist die Verfilmung des gleichnamigen Erfolgsromans von Jan Guillou, einer der erfolgreichsten und umstrittensten Autoren Schwedens, der in Ondskan seine eigene Jugend verarbeitet.
Noch eindrücklicher und differenzierter als der Film thematisiert der Roman die Frage, ob zur dauerhaften Bekämpfung von Gewalt ebenfalls Gewalt notwendig ist.
Diese Frage machte Ondskan zu einem Klassiker der schwedischen Literatur.
Seit dem Erscheinen 1981 lasen über 2 der 9 Millionen Einwohner Schwedens Ondskan. 960 000 sahen die Verfilmung, die 2004 für den OSCAR als bester fremdsprachiger Film nominiert war.