Elisabeth Kübler-Ross hat sich ihr Leben lang mit dem Sterben beschäftigt und damit Weltruhm erlangt. Ihr Engagement als Ärztin, Wissenschaftlerin und Autorin hat nach eigenem Bekunden „das Sterben aus der Toilette geholt“ und Sterbebegleitung überhaupt erst zum Thema gemacht. Der Kampf gegen die Tabuisierung des Todes in der westlichen Welt verbindet sich mit der Reibung an Autoritäten. Nicht zuletzt in der Konfrontation mit dem engen Weltbild der Schulmedizin und beeindruckt von Nah-Tod-Erfahrungen dringt Elisabeth Kübler-Ross in neue Grenzbereiche vor.

1926 in Zürich geboren, studierte sie gegen den Willen ihrer Eltern Medizin und kämpfte in den USA um Anerkennung als Psychiaterin. 1969 erlangte sie durch ihre Arbeit mit Sterbenden in Chicago und ihr Buch „On Death and Dying“ („Interviews mit Sterbenden“) internationalen Ruhm. Es folgten unzählige Workshops und Vortragsreisen durch die ganze Welt und der Aufbau eines eigenen Zentrums in Virginia. Heute lebt die Schweizer Ärztin zurückgezogen in Arizona, nahe jenem Übergang, den sie selber so leidenschaftlich erforscht hat.

Der Film von Stefan Haupt (ZEBRA-Kinofreunden bereits durch den Film „Utopia Blues“ bekannt) beginnt wie ein Roadmovie: Die ZuschauerInnen fahren mit dem Kamerateam durch die Wüste Arizonas zu der nach mehreren Schlaganfällen mehr und mehr behinderten Elisabeth Kübler-Ross. „Sie blickte auf ihr Leben zurück, erzählte von ihrer Kindheit, ihrer Arbeit und davon, wie sie nun mit dem eigenen Alter umzugehen versucht,“ so Regisseur Stefan Haupt über die Dreharbeiten mit ihr. Statements ihrer beiden Drillingsschwestern, Interviews mit Freunden und Mitarbeitern sowie reichhaltiges Archivmaterial runden dieses angenehm unprätentiöse und differenzierte filmische Portrait ab.

Elisabeth Kübler-Ross hat Pionierarbiet geleistet, ohne sie wäre die Hospizbewegung nur schwer vorstellbar. Stefan Haupts Film mag dazu beitragen, dass über Sterbebegleitung und Tod – ohne Berührungsängste und Tabus – gesprochen wird.

Wir freuen uns, den Regisseur Stefan Haupt zur Filmpremiere am Freitag, den 17. September, im ZEBRA-Kino begrüßen zu dürfen.