Hausangestellte zu sein ist kein leichter Job. Und kein Traumberuf. In Domésticas spielen die Hausangestellten, die in nahezu jedem lateinamerikanischen Ober- und Mittelschichtshaushalt zu finden sind, die Hauptrolle. Cida, Roxane, Quiteria und Raimunda leben in den Armenvierteln von Sao Paolo, fahren jeden Tag im Linienbus zu den Häusern ihrer Arbeitgeber, putzen, waschen die Wäsche, bügeln, kümmern sich um die Kinder usw. Aber ihr Leben besteht nicht nur aus Arbeit, sondern ist auch gespickt mit allerlei humorvoll erzählten Episoden. Zwischendurch erzählen die Domésticas in interviewartigen Montagen von ihrem Alltag und ihren Träumen.

Der Film basiert auf einem Theaterstück von Renata Melo, die auch eine der Hauptrollen spielt. Sie hat zur Vorbereitung des Stücks rund 100 Interviews mit Hausangestellten geführt. “Alle Figuren waren inspiriert von Domésticas aus dem täglichen Leben,” betont die Drehbuchautorin. Für die beiden Regisseure Fernando Meirelles (Cidade de deus) und Nando Olival, die aus der Werbebranche kommen, war es der erste große Spielfilm.
Beim brasilianischen Publikum, insbesondere den Hausangestellten, kam Domésticas sehr gut an. Außerdem gewann der Film unter anderem den Preis für das beste Darstellerinnen-Ensemble und die beste Kamera auf dem Recife Film-Festival 2001. Auch in Deutschland erhielt der Film durchweg gute Kritiken. Die taz schrieb: “Der Film ‘Domesticas’ von Fernando Meirelles und Nando Olival erzählt kurzweilig über das Schicksal weiblicher Hausangestellter in Brasilien – ohne die Härten dieser Arbeit wegzulügen.” Der tip nannte den Film schlicht eine “Hommage an die Dienstmädchen von Sao Paolo”.

Domésticas ist aus zwei Gründen äußerst sehenswert: Zum einen ist die Darstellung des Lebens der Hausangestellten authentisch, hat durchaus dokumentarischen Charakter. Zum anderen handelt es sich um einen wirklichen Spielfilm mit witzigen Dialogen, liebevoll gespielten Charakteren und miteinander verwobenen Handlungssträngen. Die Identifikation mit den Protagonistinnen fällt auch dem europäischen Publikum nicht schwer.