Nach 12 Jahren kehrt der Vater zurück zur Familie, zu seiner Frau und seinen beiden Söhnen, Andrej und Iwan. Wir erfahren nicht, warum er die Familie verlassen hat, wo und wie er die letzten zwölf Jahre verbracht hat, oder warum er zurückgekommen ist.
Der (namenlose) Vater versucht, an das Leben seiner Söhne, die sich kaum an ihn erinnern, anzuknüpfen, sie mit brutaler Strenge zu erziehen, wobei der Ältere, Andrej, sich dem Vater bereitwillig unterordnet, während der widerborstige Iwan gegen den Vater aufzubegehren versucht. Ein Ausflug zum Angeln soll die Söhne dem fremden Vater näher bringen – dass die Exkursion in einer Katastrophe enden wird, deutet auch die düstere Atmosphäre der kalten, grauen russischen Landschaft an, die als Spiegel der Seelenzustände der Protagonisten dient.

Mit seinem Spielfilmdebüt erntete der ehemalige Schauspieler und Werbespot-Regisseur Andrej Swaginzew weltweit das Lob der Filmkritik und – unter Anderem –den Goldenen Löwen in Venedig sowie den Europäischen Filmpreis; Vergleiche mit den Giganten Tarkowskij und Sokurow wurden immer wieder gern bemüht.
In der Tat hat Swaginzew ein filmisches Meisterwerk geschaffen, das auf verschiedenen Ebenen funktioniert: als eine Familientragödie, ein „mythologischer Blick auf das menschliche Leben“ (Swaginzew), als Parabel, die Bezüge zur Menschheitsgeschichte im Allgemeinen und zur russischen Geschichte des 20. Jahrhunderts im Besonderen aufweist; ein Gesamtkunstwerk, in dem sich Reminiszenzen an christliche Mythologie, (russische) Film- und Literaturgeschichte und Psychoanalyse entdecken lassen.