Ein Vorläufer des heutigen Animationsfilms ist der Scherenschnitt. Lotte Reiniger gilt als die Schöpferin und kunstvolle Gestalterin des Scherenschnittfilms.

In ihrem ersten abendfüllenden Silhouettenfilms greift sie Motive eines Märchens aus ?Tausendundeiner Nacht? zurück: Prinz Achmed, der Sohn des Kalifen von Bagdad, stiehlt einem mächtigen afrikanischen Zauberer ein fliegendes Pferd. Er landet auf den Zauberinseln von Wak und begegnet dort der schönen Fee Pari Banu, in die er sich verliebt. Diese wird vom Zauberer kurz darauf an den Hof des Kaisers von China entführt, um die Frau des Hofzwerges zu werden. Nur mit Hilfe der Hexe der Flammenberge und Aladins Wunderlampe gelingt es Achmed am Ende, Pari Banu zu befreien und sie als seine Frau heimzuführen.

Seit frühester Jugend widmete sich Charlotte Reiniger der Kunst des Scherenschnitts. Weltweite Geltung errang sie mit Ihren Silhouettenfilmen und ihrem Schattentheater. Ihre Werke sind so fantasievoll, vielseitig und ausdrucksstark, dass sie Cineasten wie gelegentliche Kinogänger, Erwachsene und Kinder gleichermaßen faszinieren. Reiniger, die vor den Nazis ins Ausland fliehen musste, erfand in den 20er Jahren den Silhouettenfilm. Inspiriert vom altchinesischen Schattenspiel, übertrug sie dieses in das Medium Film und so entstand eine fantastische Welt aus Schwarz und Weiß. Ihre Filme sind Beginn und zugleich Vollendung dieses seltenen Genres der Filmkunst.

Lotte Reinigers Filme werden in der Regel mit Live-Musik vorgeführt. Das ZEBRA-Kino konnte den Cellisten Bo Wiget für eine Live-Vertonung dieses Films gewinnen. Der Eintritt für diese einmalige Sonderveranstaltung (Termin: Sonntag, 21.03.) beträgt 7 Euro.