„La vida es silbar“ ist ein Film „über die Suche nach Glückseligkeit im Kuba der neunziger Jahre.“ Die unsagbare Vielfalt dieses Vorhabens erzählt Fernando Pérez anhand dreier unterschiedlicher Schicksale, die nebenbei alle in einem Waisenhaus beginnen. Zusammengehalten wird die ganze Geschichte auf eigentümliche Art und Weise von der achtzehnjährigen Bebé, einer Art Traumfigur, die vollends glücklich ist und möchte, dass es den anderen auch so geht.

Die „Anderen“ sind in dieser Geschichte zum einen Julia, eine Altenpflegerin, die sich immer nur um andere gekümmert hat, nun unter Gähnanfällen leidet und bei dem Wort „Sex“ in Ohnmacht fällt. Mariana, eine Balletttänzerin, die junge Männer und das Tanzen liebt und vor Gott gelobt, enthaltsam zu sein, wenn sie die „Giselle“ tanzen darf; und zu guter letzt Elpidio, ein junger Mulatte, der verzweifelt auf ein Zeichen seiner Mutter, Cuba (!) Valdés, wartet, sich aber in eine amerikanische Ballonfahrerin verliebt.

„La vida es silbar“ ist eine Art Märchen über die Suche nach dem Glück und einem selbstbestimmten Leben, durch welche gelegentlich auf einengende Konventionen „gepfiffen“ werden muss, denn wie bereits John Lennon wusste, passiert das Leben „immer dann, wenn man mit anderen Dingen beschäftigt ist“.

Der zweite lange Spielfilm von Fernando Pérez „überzeugt durch…die Meisterschaft der Photographie und durch eine Musikalität, wie sie schon seit längerer Zeit in keinem latein- amerikanischen Film mehr zu finden war.“, schreibt Geri Krebs in der NZZ. Die in betörend schönen Bildern erzählte Parabel über die Suche nach dem Glück ist voller Poesie und Metaphorik. Damit steht der Film in der Erzähltradition des „magischen Realismus“ eines Eliseo Subila oder eines Fernando Solanas.

Der Spielfilm wurde u.a. auf dem Sundance Filmfestival 1998 mit dem Spezialpreis der Jury, dem Kritikerpreis auf dem Internationalen Filmfestival in Rotterdam 1999 und auch dem Goya (spanischer „Oscar“) 2000 als mejor película extranjera de habla hispana prämiert.