Wir befinden uns im Jahre 30 n.Chr. Ganz Palästina ist von den Römern besetzt. Ganz Palästina?

…Ehrlich gesagt schon. Nur einige unbeugsame Widerstandsgruppen hören nicht auf, Versammlungen abzuhalten. Und Brian (der einst einen Stall weiter von Jesus’ Geburtsstätte zur Welt kam: Missverständnisse garantiert) ist mächtig stolz, dass er da dazugehören darf, sei es auch nur um bei Judith Eindruck zu machen. Als er nach einer typisch missglückten Aktion in die Hände des römischen Statthalters Pilatus fällt, hat er noch Glück, nicht gleich vor Lachen zu sterben (wie andere fast), und obwohl er schließlich ganz im Stil der Zeit am Kreuz endet, scheint auch dies nicht wirklich schlimm — man verabschiedet sich mit dem heiteren Lied: ”Always look on the bright side of life”. Die Monty Pythons haben immer durch gute Songs in ihren Filmen brilliert, aber dieser ist sicherlich ihr größter Hit. Was man so auch von dem ganzen Film sagen kann. ”The Pythons did for comedy what the Beatles did for music”, meinte ein Rezensent anlässlich dieses Films.

Der Witz lebt von simpler Travestie (Frauenrollen durch Männer zu besetzen, schlecht rasiert und im Falsett, ist seither klassisch) bis hin zu kurios allzu-menschlichen Anachronismen und clever kalkulierten Verletzungen der “politischen Korrektheit”, die richtig viel Sinn ergeben. Zwar haben sich seit 1979 die Wogen geglättet, aber natürlich ist es immer noch naheliegend zu fragen, ob es denn nun ein blasphemischer Film ist. Man sehe aber mal genau hin: Die Figur Jesus kommt vor, bleibt aber im Hintergrund und wird, wenn überhaupt, dann positiv dargestellt — im Unterschied zur Volksmenge, die die Predigt nicht ganz mitkriegt, nicht unterhaltsam genug findet (”Komm, wir gehen lieber zur Steinigung”) und sich jeden Tag für einen anderen Messias begeistern möchte, so dass selbst Brian wider Willen zum Kultobjekt wird. Das wäre sogar ein nachdenkenswerter Zug an diesem Film (falls er einem dazu Zeit ließe). Die abschließende Kreuzigung strapaziert den guten Geschmack, aber man könnte das ebenso gegen die römischen Justizmethoden halten statt gegen diesen Film.

Mehr noch als die christliche Religion bekommt übrigens hier der klassische Sandalenfilm eine Breitseite ab. Michael Palin als Pontius Pilatus mit fatalem Sprachfehler bringt ein ganzes Filmgenre zum Einsturz, und in bunte antike Gewänder gehüllte Voksmassen dazu, sich in einer monumentalrömischen Massenszene lachend auf dem Boden zu wälzen. Zur Nachahmung empfohlen…