Manu, die vor sechs Jahren als einzige einen Flugzeugabsturz überlebt hat, stirbt bei einem Autounfall. Zurück bleiben nicht nur eine kleine Tochter und ein Ehemann, sondern auch eine ganze Reihe von Freunden, Bekannten und anderen Betroffenen, für die dieses tragische Ereignis die Aufhebung eines Wunders, des Wunders von Manus Überleben ist. Auf sehr unterschiedliche Weise versuchen sie, damit zurecht zu kommen.

Barbara Albert reiht dabei scheinbar unverbundene Episoden aneinander, die sich durch die Bezugnahme auf den Unfall zu einem dichten Bilderbogen zusammenfügen. Zufälle scheinen das Leben der Menschen ebenso zu bestimmen wie die Dramaturgie, die einer Denkfigur der Chaostheorie folgt, nach der alles mit allem zusammenhängt.

Ebenso wie in ihrem sehr erfolgreichen Erstling „Nordrand“ geht es Barbara Albert in „Böse Zellen“ um die Suche nach Glück in schwierigen Verhältnissen, unter widrigsten Bedingungen. Zwischen all den Alltagssorgen und der Trauer um die verlorene Freundin, Frau und Mutter scheint das Glück doch an den ungeahntesten Stellen – etwa bei der Eröffnung eines Einkaufszentrums am Schluss – immer wieder auf. All das über den Protagonisten ausgegossene Unglück bricht sie letztlich nicht, auch der Film erschöpft sich nicht darin, sondern bringt etwas von der für Barbara Albert üblichen Leichtigkeit mit: „ [Der Film] beeindruckt durch eine frische Filmsprache, bei der wirkungsvoll viel Musik […] verwendet wurde, und durch die erstaunliche Sicherheit, mit der er eine Person, ein Milieu, eine Stimmung trifft.“ (epd 4/2004)

Das ZEBRA-Kino zeigt diesen Film im Rahmen der Kooperation mit dem Frauenrat der Universität Konstanz und der Frauenvertreterin der FH Konstanz. Die Regisseurin Barbara Albert wird bei der Vorführung anwesend sein und für die anschließende Diskussion (Moderation: Susanne Klöpping) zur Verfügung stehen.