Die 14-jährige Kathy lebt mit ihrem großen Bruder Danilo und ihrer Mutter in einer Kleinstadt an der Küste Chiles. Ihr Vater Radomir verbüßt eine Freiheitsstrafe, die sich langsam zu Ende neigt. Mit dem Tag der Entlassung aus dem Gefängnis ist die Familie nach langer Zeit wieder vereint. Vater, Mutter, Kind(er) – eine glückliche Gemeinschaft?

Danilo ist arbeitslos, homosexuell und würde lieber gestern als heute das heimatliche Provinznest in Richtung Großstadt verlassen. Die Mutter verdingt sich als Aushilfe in einem Gemüseladen und hat eine Affäre mit dessen Inhaber. Radomir, der Ex-Knacki, rutscht schon bald nach seiner Entlassung wieder in ein kriminelles Milieu ab. Und Kathy? Ihr bleibt nichts anderes übrig, als die Verhältnisse ohnmächtig hinzunehmen.

Als würde soviel „Schicksal“ auf einmal für einen einzigen Menschen nicht genug sein, kommt es noch „dicker“ für die junge Kathy. Ihr Vater verschwindet spurlos, ihre Mutter stirbt völlig unerwartet und ihr Bruder macht seinen lang gehegten Wunsch nach einem aufregenderen Leben in der Großstadt wahr. Und Kathy? Sie beginnt zu kämpfen und nimmt entschlossen die Suche nach ihrem Vater auf – eine Suche, die sie vorzeitig zur Erwachsenen reifen lässt.

Der chilenische Regisseur Gonzalo Justiniano lernte sein „Handwerk“ an der Pariser „Ecole du Cinéma Louis Lumière“. Die Hauptfigur von B-Happy wurde angeregt durch eine Begegnung des Regisseurs mit einer jungen Kellnerin. „Sie war für mich der lebende Beweis für jenen starken Instinkt von jungen Frauen und Männern, die das lateinamerikanische Kino normalerweise nicht zeigt.“ B-Happy ist ein bewegendes Sozialdrama mit einer bemerkenswerten Hauptdarstellerin (Manuela Martinelli).