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Direkt zum Monatsprogramm:
September/ Oktober Programm
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geschrieben von: tg am Montag, 23. August 2010
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… werden kürzer, das Zebra – eigentlich milde afrikanische Temperaturen gewöhnt – bezieht nach glücklichen Wochen unter den Sternen die alten Hallen und nimmt das Leben mit. Der September kommt und mit ihm eine unerhörte Auswahl an allerhand cineastischen Wundern.
Gleich am Anfang (9.–13.09) geht es los mit Plan B und der legendären CSD Party am 11.9. Startschuss – und dann? (Un)bekannte Sprachen, fremde Kulturen, Verlorenes und Neuentdecktes. Der Fokus America Again geht in die finale Phase mit Beeswax (16.–20.9) und Humpday (15.–18.10), gleichzeitig wenden wir unseren Blick von Westen nach Osten und widmen dem neuen türkischen Kino eine sechsteilige Reihe, beginnend mit Iklimle (23.–27.9), Kader (1.–4.10), Schiffe aus Wassermelonen (7.–11.10) und Tatil Kitabi (14.–18.10). Das Sprachlabor mischt sich ein und mit, im Gepäck niederländische Bosheit: Die Beschissenheit der Dinge (30.9.–11.10) handelt von – Überraschung – der Beschissenheit der Dinge. Optimistischer und ruhiger dafür das aktuelle Kino: Eine Karte der Klänge von Tokio (17.–27.9) mit ungewohnten Blicken auf bekannte Großstadtkulissen und Gentlemen Broncos (21.–28.10) – Filmwitz und Irrwitz dicht beieinander.
Noch nicht genug? Jung, deutsch und an den menschlichen Grenzen: Bergfest (22.–25.10) trifft auf kindlich fidel: Petterson & Findus (19.9), auf der anderen Seit spielt Jazz – Nanook (27.10) und Männer verlieren sich im Schneewestern – Die Rebellion von Kautokeino (2.11). Und zum Schluss, aber natürlich nicht zuletzt endet der Oktober mit einem Lobgesang auf die kurzen Meisterwerke, gezeigt werden Kurzfilme aus einem universitären Projekt (26.10), Höhepunkte aus den Festivals der letzten Jahre beim vor.spiel (12.10) und am Wochenende vom 30sten auf den 31sten ist es endlich so weit: die konstanzer kurz.film.spiele_1.7.
Was kann man sich noch zu all dem wünschen?
Eine Antwort frei mit Schopenhauer: Es wäre gut, Filme zu zeigen, wenn man die Zeit, sie zu sehen,
mitkaufen könnte…
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geschrieben von: tg am Montag, 23. August 2010
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Unter einem Himmel voller Tauben vertreibt sich der siebenjährige Stefek (Damian Ul) die ereignislosen Sommertage zwischen alten Bahngleisen und vorbeirauschenden Zügen. Meistens im Alleingang. Während er die viel beschäftigte Mutter selten sieht und die Schwester Elka (Ewelina Walendziak) neben dem Job Italienisch für eine bessere Stelle lernt, setzt Stefek sich am Bahnhof sein eigenes Ziel in den Kopf: Einer der Pendler, der jeden Tag dort den Zug wechselt, kann nur sein Vater sein. Und der muss zur Familie zurückgelockt werden. Aber wie? Zurückhaltend hilft Elka der Phantasie des kleinen Bruders auf die Sprünge, indem sie dem Verlauf der alltäglichen Dinge hier und da eine trickreiche Wendung gibt. Stefek nimmt sich daran ein Vorbild und beschließt, genauso das Schicksal mit seinem Taschengeld zu bestechen, damit es den Vater am Bahnhof festhält. Wenigstens für ein paar weitere Augenblicke des magischen Spiels mit dem Zufall, das am Ende erfolgreich aufzugehen scheint.

Zögerlich und wie von selbst entfalten sich die Ereignisse in dem Rahmen, den Elka und Stefek ihnen bereiten. Dieselbe Freiheit, ihren Raum bedacht und selbstsicher einzunehmen, gewährt Regisseur Andrzej Jakimowski seinen Figuren in ihrer unfreiwillig idyllischen Kleinstadt im Nirgendwo, die er in wenigen verstreuten Ecken als die Welt eines Siebenjährigen einfängt. Deren Stille ist nicht diejenige einer gedankenlosen Nostalgie eines erwachsenen Publikums, sondern spricht oft wortlos und bildreich nicht nur von Stefeks letztlichem Unverständnis von dem, was er Schicksal nennt.
Polen 2007; 96 min; Regie und Drehbuch: Andrzej Jakimowski; mit: Damian Ul, Ewelina Walendziak, Rafal Guzniczak u.a.; FSK: O.A.
Spieltermin: Freitag, 20. August / Pfalzgarten
Wir zeigen den Film in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Konstanz zum Thema Glück.
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geschrieben von: tg am Sonntag, 08. August 2010
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Auf einen Tee zum Hutmacher oder ein bisschen Philosophieren mit der rauchenden Raupe? Heute Nacht ist alles möglich.

Wer kennt sie nicht, die Kindergeschichte von der kleinen Alice, die durch einen Kaninchenbau ins Wunderland gelangt und dort fantastische Abenteuer erlebt? Doch nicht nur wir sind inzwischen erwachsen geworden, sondern auch Alice. Der Film knüpft an die Erzählung Lewis Carrolls an und zeigt die Protagonistin als junge Erwachsene (Neuentdeckung Mia Wasikowska), die vor dem Heiratsantrag eines Lords flüchtend in den berühmt-berüchtigten Kaninchenbau fällt.
Das ist der Beginn eines zweiten Abenteuers im Wunderland. Dort hat sich jedoch seit ihrem letzten Besuch einiges geändert: Die rote Königin (Helena Bonham Carter mit überdimensionalem Kopf) hat die Macht an sich gerissen und regiert das Land mit strenger Hand. Die unterdrückten Bewohner benötigen Alices Hilfe, denn sie ist laut Prophezeiung die Auserwählte, die den bösen Drachen der Despotin töten kann. Unterstützt von der weißen Königin (Anna Hathaway als princesse par excellence) soll sie den Kampf führen. Doch Alice kann sich nicht erinnern je dort gewesen zu sein und glaubt sich in einem Traum: Ist sie die Ausererwählte, die „richtige“ Alice?
Ihr alter Freund, der verrückte Hutmacher (Johnny Depp als wahre Freude für jeden Visagisten), versucht Alice vor der bösen Königin zu beschützen, gerät jedoch selbst in Gefangenschaft. Zur Befreiung entschlossen, schleicht sich Alice am Hofe der roten Königin ein.
Sympathisch skurrile Charaktere, quitschbunte und bedrohliche Fantasiewelten, Wachstumspralinen und Schrumpfwässerchen, überdimensionale Ritter, exzentrische Königinnen, Liebe zum Detail und Johnny Depp – voilà ein gut animierter Tim Burton Film nach unserem Geschmack!
Und wo besser diesen Leckerbissen genießen als unter freiem Himmel? Eilt herbei ins Wunderland – resp. Open Air Kino!
Aber Vorsicht vor den unsichtbaren Katzen, die gern Süßes naschen!
(Alice in Wonderland)
USA 2009; 108 Min; Regie: Tim Burton; Buch: Linda Woolverton und Lewis Carroll; Mit: Johnny Depp, Mia Wasikowska, Helena Bonham Carter, u.a.; dt. Fassung; FSK ab 12.
Spieltermin: Samstag, 7. August / Pfalzgarten
Wir zeigen den Film in Kooperation mit dem Kulturamt der Stadt Konstanz zum Thema Glück.
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geschrieben von: tg am Sonntag, 01. August 2010
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Die Partygäste eines Londoner Clubs staunen nicht schlecht, als sie im Hinterhof der Discothek ein kleines, obskures Wandertheater erblicken. Seit vielen Jahren tingeln der hoffnungslos unmoderne Dr. Parnassus (Christopher Plummer) und seine wunderliche Truppe mit ihrem ramponierten Wohn- und Theaterwagen durch den Untergrund des pulsierenden Herzens Londons. Immer auf der Hut vor dem Leibhaftigen (Tom Waits), doch stetig auf der Suche nach willigen Seelen. Seelen, die sich am Einfachsten an vergessenen Orten finden lassen. Seelen, denen Abend für Abend im fantastischen Kabinett des Dr. Parnassus eine unvergessliche Reise in die eigene Vorstellungswelt angeboten wird. Den Volltrunkenen dieser Nacht erscheint das Ensemble zurecht völlig deplatziert und altertümlich. Allen voran der umherhüpfende Schauspieler, der ihnen einen geheimnisvollen Zauberspiegel als Hauptattraktion anpreisen will. Noch lachen sie, veralbern die Theatertruppe, stürmen die Bühne und entern das kleine, gebrechliche Wunderkabinett. Als aber einer der gröhlenden Zuschauer nach dem Tumult spurlos verschwunden scheint, verhallt auch das Gelächter...

Erneut steht ein Gilliam-Projekt kurz vor dem Aus, als einer seiner Hauptdarsteller (Heath Ledger) plötzlich verstirbt. Erneut berappelt sich der meisterliche Geschichtenerzähler und schlägt dem „Tod“ auf allen Ebenen ein Schnippchen: Gilliam ersetzt nicht heimlich einen Schauspieler, sondern inszeniert diesen Umstand zu einem der Hauptstränge seines Märchens. Ein Märchen, das in gilliamscher Manier „die fantastische Imagination“ einer harten und kruden Realität zum Fraß vorwirft. Einzig die Vorstellungskraft und Phantasie des Zuschauers vermögen es, seinen bildgewaltigen und leinwandsprengenden Bilderrausch zu retten. Kaum ein Regisseur nutzt die „Traumfabrik“ als Spielwiese sprichwörtlicher als Gilliam. Wie die Welt des Alter Ego Doktor Parnassus kann das Kino-Universum nur existieren, solange Freidenker wie Gilliam ihre Geschichten erzählen.
(The Imaginarium of Doctor Parnassus)
F/K/GB 2009; 122 Min.; Regie: Terry Gilliam; mit: Johnny Depp, Heath Ledger, Jude Law, Colin Farrell, Christopher Plummer, Tom Waits u.a.; FSK: Ab 16
Spieltermin: Donnerstag, 5. August / Neuwerk
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geschrieben von: tg am Sonntag, 01. August 2010
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